IW-Studie: Mieter werden durch Umwandlung nicht verdrängt

Jinny Verdonck

14. September 2020

Nach Plänen der Bundesregierung soll die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen überall dort verboten werden, wo der Wohnungsmarkt angespannt ist. Ein Gesetzentwurf dazu liegt bereits vor. Doch ein vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln durchgeführtes Gutachten zeigt, dass dieses Umwandlungsverbot schädlich für den Immobilienmarkt sein kann.

In vielen Gebieten könne die geplante Reform zu einer kritischen Lage am Wohnungsmarkt führen, stellt das IW-Gutachten fest. Es sei dadurch viel schwieriger, Wohneigentum zu erwerben. Die Möglichkeit zur Reduzierung der Wohnkosten werde genommen, ebenso wie der Erwerb von Wohneigentum für die Altersvorsorge.

Im Gesetzentwurf wird davon ausgegangen, dass die Umwandlung und der Weiterverkauf zu einer Verdrängung der Mieter führe und somit ein Problem darstelle. Doch der IW argumentiert, dass nicht genügend Daten erhältlich seien, um dies belegen zu können. Nach Angaben des IW seien Kündigungen aufgrund von Eigenbedarf nicht die Norm und betont zudem, dass insbesondere die kleineren Investoren in Bezug auf Modernisierungen und Mietanpassungen äußerst umsichtig handeln.

Die Bildung von Wohneigentum müsse erleichtert werden

Laut IW schütze die Wohneigentumsbildung am besten gegen Mieterverdrängung. Aus diesem Grund mache es mehr Sinn, wenn die Mieter dabei unterstützt werden, von ihrem bereits existierenden Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen, anstatt neue Maßnahmen zu treffen und neue Verbote auszusprechen. Beispielsweise könnten Härtefallregelungen bei Modernisierungen sinnvoller sein als allgemeine Umwandlungsverbote. Obwohl die Preise für Wohnimmobilien in die Höhe geklettert sind, sei der Kauf einer Immobilie dennoch günstiger als zur Miete zu wohnen, so der IW.