Alles rund um die Haushaltsauflösung

Jinny Verdonck

19. April 2020

Ob Umzug in ein Pflegeheim, ein Todesfall, eine Scheidung oder eine Auswanderung - es gibt vielerlei Gründe, die eine Wohnungsauflösung erforderlich machen können. Und unter Umständen kann dies eine äußerst emotionale Belastung darstellen. Damit Sie diesen notwendigen Schritt bestmöglich durchführen können, erhalten Sie in unserem heutigen Ratgeber einen nützlichen Leitfaden, damit Sie die Haushaltsauflösung möglichst reibungslos über die Bühne bringen können.

Was ist eine Haushaltsauflösung?

Unter einer Haushaltsauflösung bzw. einer Wohnungsauflösung versteht man die komplette Räumung eines Zuhauses vom Hausrat des Wohnungsinhabers. Im Rahmen dessen wird die gesamte Wohnung bzw. das gesamte Haus leergeräumt. Dazu zählen natürlich auch Nebenräume wie der Dachboden, der Keller und die Garage.

Wohin mit dem Hausrat?

Ein Umzug oder eine Haushaltsauflösung ist kein leichtes Unterfangen, denn mit den Jahren sammelt sich jede Menge Hausrat an. Doch im Gegensatz zu einem Umzug, bei dem lediglich alles verpackt und von einem Haus zum anderen befördert werden muss, bedeutet eine Haushaltsauflösung einen zusätzlichen Aufwand. Die große Frage lautet dabei: Wohin mit den Sachen? Verkaufen, verschenken oder wegwerfen? Die Faustregel lautet: Wenn es niemand geschenkt haben möchte, dann wird es wahrscheinlich auch niemand kaufen. Stellen Sie sich daher vorab die Frage, ob Sie es einem Bekannten schenken würden und ob sich dieser darüber freuen würde. Wenn Sie brauchbare Sachen haben, die Sie nicht mehr benötigen oder wollen, dann können Sie diese beispielsweise zu karitativen Einrichtungen bringen. Dort finden sich in vielen Fällen Menschen, die Ihnen diese Dinge gerne und dankbar abnehmen.

Unterlagen sollten auf jeden Fall alle sorgfältig durchgesehen werden. Wichtige Dokumente, die persönliche Daten enthalten und nicht mehr benötigt werden, sollten nicht einfach in den Müll geworfen werden, sondern lieber geschreddert werden. Wichtige Dokumente wie Vollmachten, Verfügungen und Testamente sollten in einem Ordner abgeheftet oder auf andere Weise ordentlich aufbewahrt werden.

Einen Profi engagieren oder selber durchführen?

Beim Entrümpeln ist es nicht immer einfach zu bestimmen, was noch verwertbar ist oder doch auf den Müll gehört. Manchmal können bestimmte Gegenstände sogar noch etwas Wert sein, sei es finanziell oder emotional. Familienstücke und andere Erinnerungsstücke sollten Sie zunächst sicher aufbewahren. Dadurch können Sie noch immer zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, was mit diesen wichtigen Dingen geschehen soll. Neben der Bewertung des Hausrats müssen zudem Unterlagen sortiert werden. Dies kann sehr zeitaufwendig sein und ist nicht immer einfach. Aus diesem Grund kann es eventuell sinnvoll sein, hierfür Profis zu beauftragen. Sie können sich zum Beispiel an Umzugsunternehmen wenden, denn diese zählen manchmal auch Entrümpelungen zu ihren Dienstleistungen. Es gibt Unternehmen, die sich sogar komplett auf Haushaltsauflösungen spezialisieren.

Professionelle Unterstützung kann besonders im Todesfall eine große Hilfe sein. Denn beim Tod eines geliebten Menschen hat man bereits genug mit der Trauer zu kämpfen, die seelische Belastung ist sehr groß. In einer solch schwierigen Situation möchte man sich nicht auch noch mit der Haushaltsauflösung herumschlagen müssen. Sie können sich an das Bestattungsunternehmen wenden, das Ihnen bei den Formalitäten behilflich sein kann. Zudem kann es Ihnen sicherlich auch Unternehmen nennen, die Sie für die Durchführung der Haushaltsauflösung kontaktieren können.

Vorsorgevollmacht

Steht z. B. ein Umzug eines Verwandten in ein Pflegeheim bevor und Sie übernehmen für ihn die Haushaltsauflösung, dann sollten Sie dies über eine Vorsorgevollmacht regeln. Dadurch können Sie sicherstellen, dass Sie auch wirklich alle nötigen Rechtsgeschäfte ausführen können.

Wie läuft es mit einem Entrümpelungsunternehmen ab?

Es muss beachtet werden, dass ein Entsorgungsfachbetrieb bzw. ein Entrümpelungsunternehmen entweder nur vom Bewohner selbst beantragt werden kann, oder aber von dem Ehepartner, den Kindern oder den Eltern eines Verstorbenen.

Es findet in der Regel zunächst eine Besichtigung durch das Unternehmen statt. Nachdem sich der Profi selbst ein Bild von dem Hausrat in der Wohnung gemacht und mit dem Auftraggeber gesprochen hat, folgt generell ein schriftliches Angebot. Es ist empfehlenswert, mindestens drei verschiedene Angebote einzuholen, damit Sie das beste Angebot finden können. Wenn Sie sich für einen Dienstleister entschieden haben, wird ein Termin für die Haushaltsauflösung vereinbart. Während ein Besichtigungstermin häufig kurzfristig stattfinden kann, wird für die eigentliche Haushaltsauflösung meist mehr Vorlaufzeit benötigt, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Beachten Sie bei der Terminvereinbarung auch wichtige Punkte wie die Mietvertragskündigung, notwendige Renovierungsarbeiten oder auch die kommunalen Termine zur Abholung des Sperrmülls. Wie lange die Räumung der Wohnung dauert, hängt von der Größe und dem Zustand der Wohnung bzw. des Hauses ab. Es kann mehrere Stunden oder sogar mehrere Tage dauern. Häufig erfolgt die Übergabe der leeren Wohnung in einem besenreinen Zustand.

Die Kosten

Für die Kosten, die bei einer Haushaltsauflösung anfallen, muss der Eigentümer des Hausrats aufkommen. Falls der Eigentümer gestorben ist, müssen die Erben diese Kosten übernehmen. Dabei ist die Höhe der Kosten von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen die Menge und der Zustand des Hausrats, ebenso wie die Lage der Immobilie (Etage etc.) und die Anfahrtswege. Wenn es verschiedene Arten von Abfällen gibt, können auch die Entsorgungskosten unterschiedlich hoch ausfallen. Seriöse Dienstleister rechnen üblicherweise den Wert aller verkäuflichen Gegenstände an und ziehen diesen von den Entsorgungskosten aller nicht mehr verwertbaren Sachen ab. In der Regel führt der Profi eine Besichtigung durch und erstellt danach ein Angebot. Es gibt heutzutage aber auch Internetplattformen, die einen digitalen Kostenrechner zur Verfügung stellen, anhand dessen Sie die Preise ersehen können.

Verträge: Kündigung bzw. Ummeldung

Zu einer Haushaltsauflösung gehört neben der kompletten Räumung der Wohnung auch, etwaige Verträge zu kündigen oder umzumelden. Prüfen Sie, ob es noch offene Rechnungen gibt.

Vergessen Sie zudem nicht, alle relevanten Personen über die Haushaltsauflösung zu informieren. Wie z. B. Essenslieferanten, den Gärtner sowie Haushalts- oder Einkaufshilfen.

Fazit

Eine Haushaltsauflösung ist hinsichtlich des Aufwands nicht zu unterschätzen. Je nach Situation kann sie auch mit vielen Emotionen verbunden sein. Falls sie die Haushaltsauflösung lieber nicht selber durchführen möchten, können Sie die Hilfe eines Profis in Anspruch nehmen, der Ihnen die Arbeit und die Sorgen abnimmt.